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Zugordnung des Elitecorps

Aufgrund der im Gründungsprotokoll dem Elitecorps als der früheren Leibschützen-Kompanie (bzw. uniformierten Königsbegleitung) zugewiesenen besonderen Aufgabe und der im Corps im Laufe seiner jahrzehntelangen Entwicklung zur Übung gewordenen Gepflogenheiten wird folgende Satzung für das Elitecorps aufgestellt:

§ 1
Mitglied des Elitecorps kann jeder unbescholtene Bürger werden, der die Anforderungen der Satzungen der St. Sebastianus-Bürger-Schützengesellschaft (nachfolgend "Schützengesellschaft" genannt) vom 23. März 1999 erfüllt und darüber hinaus die besonderen Bestimmungen in dieser Satzung des Corps beachtet.

§ 2
Wer in das Elitecorps aufgenommen werden will, hat einen schriftlichen Antrag - mittels dem hierfür vorgesehenen Aufnahmeantrag - an den Hauptmann als Vorsitzenden der Schützengesellschaft zu richten. Der Hauptmann legt diesen Antrag, nach vorheriger Ballotage durch das Elitecorps, dem Verwaltungsrat zur Entscheidung vor.

Die zur Aufnahme der Ballotage einberufene Mitgliederversammlung - die Einladung dazu hat 2 Wochen vorher zu erfolgen - erfordert unter allen Umständen die Anwesenheit von mindestens der absoluten Mehrheit der Zahl der Mitglieder des Corps. Andernfalls darf die Ballotage nicht stattfinden. Der Aufnahmeantrag gilt nur dann als angenommen, wenn sich wenigstens die absolute Mehrheit der Stimmen der Anwesenden für den Antragsteller durch weiße Bohnen ausspricht. Der jüngste anwesende Corpsbruder (Eintrittsalter) teilt die Bohnen aus und sammelt diese zur Stimmabgabe wieder ein. Der Vorsitzende des Corps und der Schriftführer nehmen das Abstimmungsergebnis zur Kenntnis. Das Ergebnis wird vom Vorsitzenden bekannt gegeben mit den Worten "aufgenommen" oder "nicht aufgenommen", ohne Angabe der abgegebenen "Ja-" bzw. "Neinstimmen" (= weiße bzw. schwarze Bohnen).
Kommt die Ballotage wegen ungenügender Beteiligung der Mitglieder des Corps nicht zustande, so hat der Vorsitzende baldmöglichst eine neue Versammlung einzuberufen, frühestens nach 14 Tagen, ohne an eine Einladungsfrist gebunden zu sein.

Die neue Versammlung darf ohne Rücksicht auf die Zahl der Anwesenden ballotieren. Über die Aufnahme entscheidet in diesem Fall die einfache Stimmenmehrheit.

§ 3
Die Zahl der Mitglieder des Corps wird mit der absoluten Mehrheit seiner Mitglieder festgelegt.

§ 4
Das Elitecorps gibt sich einen Corpsbeirat, der alle das Elitecorps betreffenden Angelegenheiten regelt. Der Vorsitzende  wird für 10 Jahre und die übrigen Beiratsmitglieder werden für 5 Jahre mit einfacher Mehrheit der anwesenden Corpsbrüder gewählt. Wiederwahl ist zulässig.

Der Corpsbeirat besteht aus:

  1. dem Vorsitzenden
  2. dem Schriftführer
  3. dem Kassierer
  4. zwei Beisitzern
  5. dem Fähnrich (Beschluss Jahreshauptversammlung 2005)

Zwei Kassenprüfer werden für die Dauer von 2 Jahren gewählt.

§ 5
Der Vorsitzende wird auf Vorschlag des Elitecorps von der Mitgliederversammlung der Schützengesellschaft für 10 Jahre in den Verwaltungsrat gewählt und entspricht dem Offizier anderer Züge. Der Vorsitzende vertritt das Elitecorps nach innen und außen. Stellvertreter des Vorsitzenden ist der Schriftführer.

§ 6
Jedes Mitglied hat außer seinen finanziellen Verpflichtungen gegenüber der Schützengesellschaft auch die Verpflichtung, jährlich einen besonderen Beitrag, der jeweils auf der Jahreshauptversammlung festgelegt wird, an das Corps zu leisten, sowie sich die vorgeschriebene Schützenuniform zu beschaffen und sie bei öffentlichem Auftreten der Schützengesellschaft zu tragen.

§ 7
Die Uniform des Elitecorps besteht aus einem grünen Uniformrock mit schwarzem Samtbesatz und goldfarbenen Knöpfen, schwarzem Koppel mit Hirschfänger, weißer Hose (bei Beerdigung: schwarze Hose), grünem Filzhut mit Straußenfeder, weißen Handschuhen, schwarzen Socken, schwarzen Schuhen, Schützenmedaille und Gewehr mit Blumen (bei Beerdigung: ohne Gewehr); in der Schützenfestwoche zusätzlich rote Rose am linken Revers.
Abweichend davon besteht die Uniform des Vorsitzenden des Elitecorps aus einem Zweispitz mit weiß-rotem Federbusch, weiß-roter Schärpe, Epauletten, Säbel mit mit silbernem Portepee.

§ 8
Einmal jährlich hat eine Jahreshauptversammlung des Corps stattzufinden und zwar möglichst zu Anfang des Jahres. Über alle Versammlungen des Corps ist Protokoll zu führen unter namentlicher Aufführung der anwesenden Mitglieder. Die Einladung zur Jahreshauptversammlung hat unter Angabe der Tagesordnung 2 Wochen vor dem Termin der Versammlung zu erfolgen. Bei fristgerechter Einladung ist die Versammlung in jedem Falle beschlussfähig.

Auf der Jahreshauptversammlung haben der Schriftführer das Protokoll der letzten Jahreshauptversammlung und einen Geschäftsbericht und der Kassierer den Kassenbericht zu erstatten.

§ 9
Bei Mitgliedern, die mehr als fünf Mal nacheinander bei den vom Vorsitzenden einberufenen Versammlungen des Corps (Jahreshauptversammlung, außerordentliche Mitgliederversammlungen, Ballotagen, Arbeitsdienste)  - oder auch Zusammenkünfte aus Anlass des Patronatsfestes, des Fronleichnamsfestes und zu anderen öffentlichen Anlässen, zu denen der Verwaltungsrat der Schützengesellschaft einberuft - ohne Entschuldigung an ein Mitglied des Corpsbeirates fehlen, sowie ihren Verpflichtungen nach § 6 der Satzung des Elitecorps nicht nachkommen, kann nach vorheriger zweimaliger schriftlicher Abmahnung und Beschluss der Jahreshauptversammlung mit einfacher Stimmenmehrheit ein Ausschlussverfahren nach § 7 der Satzung der Schützengesellschaft eingeleitet werden. In besonderen Fällen kann ein Mitglied von bestimmten Verpflichtungen entbunden werden, wobei er gleichzeitig auf sein Stimmrecht verzichtet.

§ 10
Ein Mitglied, das durch eine ehrenrührige Verhaltensweise das Corps als Ganzes kompromittiert, kann mit einfacher Stimmenmehrheit der danach einberufenen Versammlung aus dem Corps ausgeschlossen werden. Eine vorherige zweimalige schriftliche Abmahnung durch den Vorsitzenden des Corps ist notwendig. Der Antrag aus Ausschluss aus der Schützengesellschaft ist sodann vom Vorsitzenden des Corps im Verwaltungsrat der Schützengesellschaft einzubringen. Dem auszuschließenden Mitglied muss vor seinem Ausschluss Gelegenheit gegeben werden, sich vor dem Elitecorps und dem Verwaltungsrat zu rechtfertigen.

§ 11
Das Elitecorps führt eine Fahne (ehemalige Fahne der Bürgerwehr), die vom Fähnrich mit den beiden Begleitern dem Schützenkönig voran getragen wird. Der Träger der Elitecorpsfahne ist gleichzeitig Träger eines Teils der Königsschilde der Schützengesellschaft. Der Fahnenträger des Corps und seine Begleiter werden durch die Mitglieder des Corps mit einfacher Mehrheit auf 5 Jahre gewählt. Wiederwahl ist möglich. Die Corpsfahne und die leichte Schwenkfahne (Trinkzug) werden vom Fahnenträger in einem trockenen Raum/Behältnis schonend und sicher aufbewahrt.
Bei öffentlichen Aufzügen oder sonstigen Veranstaltungen schließen sich die Mitglieder des Elitecorps dem nicht uniformierten Königsglied an; in Abänderung der Präambel aus dem Jahre 1843.

§ 12
Bei öffentlichen Aufzügen sollen sich die Mitglieder möglichst nach dem Jahr ihres Eintritts ins Corps im Zug einordnen.

§ 13
Bei Todesfällen gelten für das Corps folgende Weisungen: Jeder verstorbene Corpsbruder - auch jeweils derjenige, der infolge Alters oder körperlicher Gebrechen vom Tragen der Corpsuniform entbunden war, vorausgesetzt, dass er Mitglied der Schützengesellschaft blieb - wird vom Elitecorps in Uniform zu Grabe geleitet, unter Mitführen der umflorten Fahne des Corps und mit Musik. Dies gilt auch beim Ableben eines amtierenden oder ehemaligen Schützenkönigs oder Mitglied des Verwaltungsrates.
Bei einem verstorbenen Corpsbruder wird die Musik vom Corps gestellt und bezahlt. Nach der Beerdigung findet auf Kosten des Corps eine gemeinschaftliche Zusammenkunft zu einem Weintrunk und Imbiss statt.

§14
Über alle Fälle, die das Corps betreffen und die in dieser Satzung nicht geregelt sind, entscheidet das Corps durch absolute Mehrheit der Mitglieder.

§ 15
Für den Beschluss einer Satzungsänderung ist die Anwesenheit der Hälfte aller Corpsbrüder und Zweidrittel-Stimmenmehrheit der Erschienenen erforderlich. Weist die zwecks Satzungsänderung einberufene Mitgliederversammlung die geforderte Teilnehmerzahl nicht auf, hat die Einberufung einer zweiten Mitgliederversammlung innerhalb von 2 Monaten zu erfolgen. Diese ist in jedem Falle beschlussfähig, jedoch wird auch dann für eine Satzungsänderung Zweidrittel-Stimmenmehrheit der Erschienenen verlangt.

§16
Die Satzung des Elitecorps tritt mit der Jahreshauptversammlung am 1. Februar 2002 in Kraft. Gleichzeitig verlieren die bis dahin geltenden, im Jahre 1961 beschlossenen Bestimmungen ihre Gültigkeit.

 

Ahrweiler, 01. Februar 2002