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Aktuelles

Schützenfest 2016

Schützenfest 2016

Ahrweiler Schützen sorgen sich um ihre Traditionen. Veränderungen in der Kirche könnten sich auf das Fronleichnamsfest auswirken.

​Fronleichnam in Ahrweiler, das ist die Kombination aus einem hohen Fest der katholischen Kirche und einem hohen Fest der Schützen, die einst die Fronleichnamsprozession bewachten und sie heute begleiten. Auch in diesem Jahr boten die drei Ahrweiler Schützengesellschaften wieder eine rund 600 uniformierte Personen starke Eskorte des Allerheiligsten auf. Das bedeutet zumindest für die Ahrweiler Altstadt so etwas, wie „Ausnahmezustand." Schon vor sechs Uhr in der Früh zogen Musikanten durch die Gassen und weckten die Einwohner, krachende Böller taten ihr Übriges dazu, dass niemand die Feierlichkeiten verpasste. Tolles Frühlingswetter spülte dazu jede Menge Gäste in die Stadt, die spätestens zur Mittagszeit richtig voll war. In den Straßencafés waren Plätze Mangelware, das kirchlich-gesellschaftliche Geschehen lockte die Touristen an, während die Gläubigen von St. Laurentius mit den Schützen der Monstranz durch die Ahrweiler Straßen zu den Altären an den Stadttoren folgten.

Nach dem Schlusssegen in St. Laurentius am Mittag ging auf dem Markt das traditionelle Zeremoniell der Schützen weiter. Bürger, Junggesellen und Aloisiusjungen bildeten eine große Front, die drei Majestäten der Gesellschaften schritten diese ab, dem dreifachen Doppel-Salut folgte die Stechschritt-Parade der fünf angetretenen Junggesellenzüge aus Ahr-, Nieder- und Oberhut, Walporzheim und Bachem. Eine Jury bewertete das Auftreten der Züge, am Samstagabend wurde zum Abschluss des Schützenballs im Festzelt an der Feuerwehr der Sieger gekürt.

Während die Junggesellen am Nachmittag nach Bachem weiterzogen, um auch dort ihre neue Majestät Daniel Schopp vorzustellen, trafen sich die St. Sebastianus Bürgerschützen zum Festkommers im Bürgerzentrum. Dabei verriet Hauptmann Jürgen Knieps, dass er all die Schützen gezählt habe, die sich übers Jahr in den einzelnen Gremien, bei der Weinherstellung oder im Tambourcorps engagieren. Er kam auf 133, was knapp einem Fünftel der Mitglieder entspricht. Sie sorgen in erster Linie dafür, dass die Traditionen leben. Traditionen, die eng mit dem christlichen Glauben verbunden seien, so der Hauptmann. Er, aber auch der amtierenden Schützenkönig Willi Busch, sprachen daher auch den aktuellen Wandel in der Kirche an. Angesichts immer weniger Priester geht bei den Schützen die Angst um, das Fronleichnamsfest könne in absehbarer Zeit nicht mehr in althergebrachter Weise gefeiert werden. Schon beim Patronatsfest im Januar gab es vorab keine Messe mehr, sondern einen von den Schützen gestalteten Wortgottesdienst. „Das Fronleichnamsfest aber hat die Unterstützung der gesamten Pfarreien-gemeinschaft verdient", machte Willi Busch deutlich. Präses Dechant Jörg Meyrer ging auf die Befürchtungen nicht ein, er betonte in seinem kurzen Grußwort lediglich, er habe große Lust am Gestalten der aktuellen Veränderungen.

Überhaupt fassten sich die Redner beim Festkommers kurz. Landrat Jürgen Pföhler erinnerte an den eine Woche zurück liegenden großen Zapfenstreich beim 200-jährigen Jubiläum des Kreises und dankte erneut für die Aufführung. Bürgermeister Guido Orthens Dank galt den Schützen für deren soziales Engagement, das beim letztjährigen Benefizkonzert der Big Band der Bundeswehr wieder zum Ausdruck kam. Ahrweilers Ortsvorsteher Peter Diewald dankte ebenfalls, nämlich dafür, dass beim Schützenfest die schnelllebige Zeit stillstehe und ausreichend Raum für Gespräche bleibe. Den Schützen schien übrigens im Bürgerzentrum, wo reichlich Schützenwein floss, in diesem Jahr die Sonne nicht mehr ins Gesicht, seitens der Stadt war die im Vorjahr versprochene neue Beschattung der Dachfenster installiert worden. Hier galt der besondere Dank des Hauptmanns an Bürgermeister Orthen.

Am Nachmittag präsentierten sich die Schützen dann bereits sichtlich dezimiert noch zu einem Umzug durch die Ahrweiler Altstadt, ehe sie sich in ihre Quartiere zurückzogen. Ein langer Tag ging zu Ende und ein weiterer stand bevor. Denn am Freitag gingen die Feiern weiter. Am Nachmittag zogen die Züge einmal mehr auf, nach Salutschüssen zeigten die Bürger dann auf dem Markt, dass sie in puncto Stechschrittparaden den Junggesellen immer noch in nichts nachstehen. Am Abend folgte dann zum Ausklang der Schützenball im Ahrweiler Bürgerzentrum, ehe das Fest für die St. Sebastianus Schützen um Mitternacht mit einem letzten Umzug, auch „Wackelzug" genannt, endete.

Ehrungen:

Die Sankt Sebastianus Bürgerschützen in Ahrweiler haben rund 700 Mitglieder, viele davon seit langen Jahren. Am Fronleichnamstag gab es insgesamt 22 Ehrungen. Die Jubiläumsmedaille und eine Urkunde für 40-jährige Mitgliedschaft erhielten Willi Dresen, Winfried Gies, Kurt Pantenburg, Hans-Adolf Sonntag (alle Elitecorps), Willi Förster, Bernd Kohlhaas (beide Hauptmannsglied), Ernst Hehle (Königsglied), Horst Monreal, Ludger Volkermann (beide Leutnantsglied) und Peter Krämer (Oberleutnantsglied). Für 25-jährige Mitgliedschaft geehrt wurden Friedhelm Jakobs, Toni Noack (beide Fähnrichsglied), Michael Berbig (Königsglied), Walter Unternbäumen (Leutnantsglied), Udo Groß, Heinz-Peter Hoppe,Lothar Pfanner, Christian Woitek (alle Oberleutnantsglied), Ernst Küls, Rolf Schönewald, Peter Schweig (alle Tambourcorps) sowie Michael Krah (Unterleutnantsglied).

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Jahreshauptversammlung 2016

Jahreshauptversammlung 2016

Dieter Zimmermann wacht übers Schützenvermögen.

Der Hauptmann als Vorsitzender und der Schatzmeister gehören zu den wichtigsten Positionen in Vorstand und Verwaltungsrat der Ahrweiler Bürgerschützen. Im Januar war der Posten des Schatzmeisters vakant geworden, weil eben jener in einer außerordentlichen Generalversammlung zum neuen Hauptmann gewählt wurde. Seit Freitag ist der Vorstand wieder komplett. Dieter Zimmermann wurde seitens der 123 bei der Jahreshauptversammlung anwesenden Schützen ohne Gegenstimme in dieses Amt gewählt. Einen Gegenkandidaten hatte es nicht gegeben, zumal das Vorschlagsrecht für dieses Amt nicht bei allen Schützen, sondern ausschließlich beim Verwaltungsrat lag. Der 55-jährige Direktor der Kreissparkasse Ahrweiler, der einräumte, sich bei der Entscheidung für die angetragene Bewerbung Bedenkzeit erbeten zu haben, freut sich nun auf die Aufgabe, wie er betonte. Hauptmann und Amtsvorgänger Jürgen Knieps war erster Gratulant. Knieps hatte zuvor in Personalunion letztmalig einen Kassenbericht vorgetragen und musste dabei in der Kombination aus Kasse und Vereinsvermögen ein Jahresminus von 6.300 Euro einräumen. Dies sei aber nicht außergewöhnlich, denn die Ahrweiler Schützen erwirtschaften in jedem Jahr des sogenannten „großen Schützenfestes", dass in der Regel alle drei Jahre stattfindet, ein stattliches Minus. Dieses wird zumeist in den beiden Folgejahren ausgeglichen, bemerkte der Hauptmann. Die Jahreshauptversammlung im Forum Altes Zunfthaus verlief überaus harmonisch. Schützenkönig und Ex-Hauptmann Willi Busch betrachtete in seinem Grußwort noch einmal die vielen sozialen Aktivitäten der Schützen. Chronist Peter Diewald verlas einen ebenso launischen, wie ausführlichen Jahresbericht.

Darin verriet er, dass es im Vorfeld des Königsschusses des Hauptmanns im vergangenen Jahr nicht, wie im Karneval behauptet, zu einem Bewerbungsgespräch zwischen Willi Busch als Hauptmann und sich selbst als Königskandidaten gekommen sei. Vielmehr aber habe der Kandidat Busch sich beim Hauptmann Busch schriftlich beworben und auf gleichem Weg eine Zusage erhalten. Über diese, in der Chronik vermerkte Vorgehensweise dürften auch kommende Generationen in Ahrweiler noch schmunzeln.

Dem Bericht des Chronisten folgte eine Rückschau des Museumsleiters des „Hauses der Schützen", Herbert Engel. Er berichtete von 3.500 Museumsbesuchern im vergangenen Jahr, zudem wurde das Haus 66 Mal für Versammlungen und Sitzungen reserviert. Die Schützen scheinen sich hier wohlzufühlen. Das Amt des Museumsleiters gab Engel nach zwölf Jahren ab, zum Nachfolger ernannte der Verwaltungsrat Werner Kathe.

Dem Kassenbericht folgte die Bestätigung der ordnungsgemäßen Kassenführung durch Rechnungsprüfer Rolf Groß, der gemeinsam mit Theo Peters bei den nachfolgenden Wahlen als Rechnungsprüfer für drei Jahre bestätigt wurde. Dass der Vereinsbeitrag aufgrund der guten Kassenlage unverändert bleibt, wurde von der Versammlung ebenfalls einstimmt beschlossen. Abschließend informierte der Hauptmann noch über bevorstehende Ereignisse. So wird es in diesem Jahr vom 21. bis 28. Mai im Rahmen der Schützenfestwoche wieder ein „kleines" Bürgerschützenfest geben. Allerdings werden dabei Bürger- und Junggesellenschützen zu Ehren der 200-Jahrfeier des Landkreises Ahrweiler am 21. Mai auf dem Ahrweiler Marktplatz den großen Zapfenstreich aufführen. Ebenfalls informierte Hauptmann Jürgen Knieps, dass ein seitens der Schützen verpachteter Weinberg in Bachem wieder in Eigenregie bewirtschaftet wird, damit den Schützen in Zukunft deren eigener Wein nicht ausgeht. Davon verkosten sie nämlich Jahr für Jahr rund 2.500 Flaschen selbst.

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Spende für Ahrweiler Tafel

Spende für Ahrweiler Tafel

​Zu ihrem traditionellen Patronatsfest hatten die Bürgerschützen in Ahrweiler zum ersten Mal einen eigenen Wortgottesdienst mit „Opfergang" gestaltet. Und die Mitglieder der Bürgerschützen brachten ihr persönliches „Geldopfer" zum Altar. 750 Euro zugunsten der Tafel-plus-Projekte konnten die Bürgerschützen Ahrweiler jetzt mit ihrem Hauptmann Jürgen Knieps und vier weiteren Schützen der „Ahrweiler Tafel" überreichen. Ruth Therhaag, die sich bei der Tafel ehrenamtlich in der Bürogruppe von Ahrweiler engagiert, und Caritas-Mitarbeiterin Mechthild Haase nahmen die Spende dankbar entgegen und gaben einen Überblick über Organisation, Ablauf und vor allem über die Angebote der „Tafel plus". Mechthild Haase: „Mit unseren Tafel plus-Projekten unterstützen wir Menschen, ihr Leben auch ohne Tafel eigenständig zu meistern. Angebote für Kinder hält die Tafel plus ebenfalls bereit. Wir freuen uns sehr über Ihre Spende, vielen Dank dafür!"

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Patronatsfest 2016

Patronatsfest 2016
Jürgen Knieps tritt die Amtsnachfolge von Willi Busch an.

Das Patronatsfest der St.-Sebastianus-Bürger-Schützengesellschaft begann diesmal etwas später als üblich und wurde vom neuen Hauptmann der Gesellschaft, Jürgen Knieps, geleitet. Gewählt wurde er im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung vor Beginn des Patronatsfestes im Ahrweiler Bürgerzentrum. Bei der geheimen Wahl waren 319 Schützen stimmberechtigt, von denen gaben 315 tatsächlich ihr Votum ab.

Knieps war der einzige Kandidat und das Ergebnis war mit 294 Ja-Stimmen eindeutig. Zwei ungültige Wahlzettel wurden abgegeben, es gab fünf Enthaltungen und 14 Nein-Stimmen.

Damit übernimmt der 1959 in Ahrweiler geborene Jürgen Knieps die Amtsnachfolge von Willi Busch, der seit dem vergangenen Jahr König der Gesellschaft ist und sein Hauptmannsamt niedergelegt hat. Mit Jürgen Knieps haben die Ahrweiler Bürgerschützen nun für die kommenden zehn Jahre ein neues Gesicht. Aber den Schützen und auch den anderen Kreisstädtern ist der engagierte Schützenbruder wohlbekannt. Von 1980 bis 1986 war er Vorstandsmitglied bei den St. Laurentius Junggesellenschützen, zuerst als Kassierer und schließlich als Hauptmann.

1996 trat er in die Ahrweiler St.-Sebastianus-Bürger-Schützengesellschaft ein. Hier wurde der Berufsbanker 2010 zum Schatzmeister gewählt. Nach seiner Wahl zum neuen Hauptmann bedankte sich Knieps bei den Schützenbrüdern für das große Vertrauen, das man ihm mit einem solch breiten Votum geschenkt habe. Er bat auch jene um ihre Unterstützung, die „vielleicht etwas skeptisch sind, ob der rebellische Hauptmann aus der Junggesellenzeit nun am richtigen Platz angekommen ist." Die Zeit habe ihn und die Gesellschaft verändert und neu geprägt, damit die Traditionen weiterhin in die Zeit passen. In diesem Sinne dankte er auch seinem Vorgänger Willi Busch. Der habe in seinen 12 Amtsjahren die Schützengesellschaft erfolgreich durch den bedeutenden Demokratisierungsprozess geleitet.

Hauptmann Knieps leitete dann über zum zweiten Teil des Abends und eröffnete das Patronatsfest. In seiner Eröffnungsrede sprach er unter anderem die verbreitete Zukunftsangst vieler Menschen in Deutschland an. Trotz aller offenkundigen Probleme solle man doch die positiven Seiten des Alltags nicht übersehen: „Wir wissen uns hier in unserer Heimat unter Menschen, die uns Halt und Stärke geben, wir leben in einer Umgebung, die uns Geborgenheit gibt und wir sind Teil einer christlichen Gemeinschaft, eines Glaubens, dem Hoffnung und Vertrauen immanent sind", erinnerte Knieps seine Zuhörer.

Präses Jörg Meyrer nutzte die Gelegenheit, um eine Neuerung in Sachen Gottesdienst zu erläutern. Zum ersten Mal fand in diesem Jahr am Abend des Patronatsfestes keine Messe in St. Laurentius statt. Dechant Meyrer war verhindert, da er zu dieser Zeit die Vorabendmesse in St. Pius zelebrierte. Aus diesem Grund feierten die Schützen in der Ahrweiler Pfarrkirche einen Wortgottesdienst. Den hatten sieben Schützenbrüder vorbereitet und gestaltet.

In seiner höchst unterhaltsamen Rede blickte Chronist Peter Diewald auf die vergangenen 110 Jahre der Gesellschaft in Sachen Hauptleute zurück: „Es gab exakt fünf Schützenbrüder in dieser Zeit, die das Amt des Hauptmannes ihr eigen nennen konnten." Darunter war Toni Jarre mit 41 Jahren im Amt zweifellos der mit dem längsten Atem. Er war 1928 auf Stefan Schöneberg gefolgt und wurde 1969 von Willy Gies beerbt. 1989 übernahm Werner Dittmann das Amt und wurde dann 2000 von Willi Busch abgelöst.

Grußworte sprachen an diesem Abend Landrat Jürgen Pföhler, der auf den anstehenden 200. Geburtstag des Landkreises Ahrweiler hinwies, sowie Stadtbürgermeister Guido Orthen und die Majestäten der anderen Schützengesellschaften.

Eine der ersten Amtshandlungen des neuen Hauptmannes war die Aufnahme von 13 neuen Schützen, womit die Gesellschaft nun 702 Mitglieder zählt. Der älteste unter ihnen ist Willi Groß (Elitecorps), der 1951 der Gesellschaft beitrat. Für 65 Jahre Treue wurde der 91-jährige von den Schützenbrüdern mit stehendem Applaus gefeiert. Für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt wurden: Karl Hoffman (Hauptmannsglied), Paul Monreal und Heinrich Wittkopf (beide Leutnantsglied), Gregor Steinborn (Königsglied).

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50 Jahre Leutnantsglied der St. Sebastianus Bürgerschützen-Gesellschaft

50 Jahre Leutnantsglied der St. Sebastianus Bürgerschützen-Gesellschaft
Festkommers im Bürgerzentrum

Am Samstagabend (3.10.2015) feierte das Leutnantsglied der St. Sebastianus Bürgerschützen-Gesellschaft sein 50-jähriges Bestehen. Gerade einmal 50 Jahre scheint keine große Sache zu sein vor dem Hintergrund, dass die Bürgerschützen bereits auf eine mehr als 600 Jahre zählende Historie zurückblicken können. Aber die Neugründung des Leutnantsgliedes durch 36 junge Männer im Jahre 1965 hatte eine große Bedeutung und Auswirkungen bis zum heutigen Tage. Denn sie leitete die Demokratisierung der Traditionsgesellschaft ein und sicherte damit ihre Zukunft.

Aus 208 Bürgerschützen im Jahre 1964 sind heute über 700 Mitglieder geworden. Von Nachwuchssorgen spricht hier niemand mehr und das damals als „Rebellencorps" bezeichnete Leutnantsglied hat daran großen Anteil. In dieser Hinsicht waren sich alle Redner beim Festkommers im prächtig geschmückten Bürgerzentrum in Ahrweiler einig. Die abendliche Feier begann im Anschluss an den Gottesdienst, der von Dechant Jörg Meyrer in der St. Laurentiuskirche zelebriert wurde. Zugführer Ralf Wershofen begrüßte die Schützenbrüder und ihre Damen, nachdem er eine lange Reihe von Ehrengästen persönlich willkommen geheißen hatte. Besonders freute er sich darüber, dass 13 Gründungs- mitglieder gekommen waren, außerdem fünf Witwen von Gründern. „Ohne euch gäbe es die Bürgerschützern heute wohl nicht mehr", vermutete er, „ihr habt mitgeholfen, die Schützen zukunftsfähig zu machen."

Wie Hans-Georg Klein später am Abend in seiner Festrede ausführte hatten die jungen Männer damals eine ganze Reihe von nie gehörten, revolutionären Vorstellungen. Denn in den 1960er Jahren waren die Ahrweiler Schützen noch eine sozial undurchlässige Organisation. Die Klassenzugehörigkeit war unter anderem an den Mitgliedsbeiträgen, an den Uniformen und an der Bewirtung zu erkennen. Im früheren Leutnantsglied, welches traditionsgemäß für die Tagelöhner, Arbeiter und Kleinhandwerker offenstand, wurde statt Schützenwein Bier ausgeschenkt. Ein Mitspracherecht gab es nicht. Entsprechend schockierend wirkte die Forderung der 36 jungen Ahrweiler Männer, als geschlossene neue Einheit den Bürgerschützen beizutreten und ihren Offizier selber zu bestimmen. Letztendlich setzten sie sich durch. Bei derart gravierenden Nachwuchsproblemen konnte man 36 potentielle Neumitglieder wohl doch nicht so einfach abweisen. Zähneknirschend stimmten die Entscheidungsträger im Verwaltungsrat der Aufnahme zu. Und laut Klein wurden neben der Neugründung noch weitere Punkte erreicht: gleiche Uniformierung und gleicher Beitrag für alle Schützenbrüder, Aufzug aller Bürgerschützen - bis dahin nur Elitecorps und Königsglied - beim Vogelschießen, Vorschlagsrecht des Zuges bei der Wahl seines Offiziers. Albert Friedrich war der erste Zugführer. Sein Nachfolger Hans Fuhs, war zwei Jahrzehnte im Amt. Während seiner Zeit wuchs der Zug auf 120 Mann. 2008 wurde dann der jetzige Zugführer Ralf Wershofen gewählt. Bis heute haftet dem Leutnantsglied der Name „Rebellencorps" an. „Zwei ehemalige Rebellen haben es sogar bis zum König gebracht", wusste Wershofen. 1990 wurde Corpsmitglied Pit-Jupp Monreal König der Ahrweiler Bürgerschützen, 2003 Edmund Flohe.

Hauptmann Willi Busch würdigte die unbequemen jungen Männer von 1965: „Die damaligen Schützenbrüder hatten einen Blick für die Zukunft mit ihren demokratischen Neuerungen. Heute zählen die Ahrweiler Bürgerschützen über 700 Mitglieder, und alle sind dankbar für die Neugründung." Stadtbürgermeister Guido Orthen meinte gar: „Diese kleine Revolution hat mehr für das Schützenwesen getan als alle Sponsoren und Aktionen. Mit Courage haben 36 junge Männer viel Staub aufgewirbelt und alte Zöpfe abgeschnitten." Denn auch für das Brauchtum gelte, dass bisweilen neue Wege gegangen werden müssen um das zu bewahren, was zu bewahren lohnt. „Den Mut zum Wandel feiern wir hier heute Abend mit dem Leutnantsglied. Lasst weiter Veränderung zu, bleibt immer authentisch und offen!", lautete der Appell des Bürgermeisters. Als Geschenk hatte er ein paar Flaschen Wein der Marke „Rebellenblut" mitgebracht. Die kleine Revolution im Jahre 1965 sei die Einleitung gewesen für die Demokratisierung der Schützen, sagte Landrat Dr. Jürgen Pföhler. Die stünde heute da als eine der Zukunft zugewandte Gesellschaft und als eine Wertegemeinschaft. „Werte müssen gelebt werden", mahnte der Landrat weiterhin Hilfe und Unterstützung auch für die Kriegsflüchtlinge an. Dechant Jörg Meyrer dankte den „Rebellen" für ihren Mut. „Sie haben gezeigt: Traditionen müssen lebendig gehalten werden." Auch Vertreter der anderen Gesellschaften sowie Burgundia Theresa Ulrich überbrachten Glückwünsche.

Live-Musik spielte die PJG-Bigband. Zugführer Ralf Wershofen fasste in einem Beispielbild zusammen, was die 1965er Rebellion dauerhaft verändert hat und was für ihn heute den Schützengeist widerspiegelt: „Bei unseren Anlässen sitzen Jung und Alt, Schützenbrüder quer durch alle Berufsgruppen zusammen und verbringen gesellige Stunden miteinander. Verbunden durch wahren Bürgersinn."
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