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Die Geschichte des Bürgerschützen-Tambourcorps

Das Blättern in alten Chroniken und Festschriften ist immer ein Zurückschauen auf eine alte Zeit, die zwar vergangen ist, deren Traditionen in Ahrweiler jedoch erhalten blieben. Das größte Traditionsfest der Ahrweiler Bürger ist das Schützenfest, welches heute auf die gleiche Art und Weise begangen wird, wie es seit vielen hundert Jahren schon gefeiert wurde.

Im Jahr 893 n. Chr. wird die Siedlung Ahrweiler erstmals im Urbar (Güterverzeichnis) des Klosters Prüm urkundlich erwähnt. Dieses Jahr gilt fortan als Geburtsjahr unserer Heimatstadt. Nachdem Ahrweiler im Jahr 1247 zu einer der vier kurkölnischen Mithauptstädte benannt wird, erhielt die Stadt ein Jahr später durch den Kölner Erzbischof Konrad v. Are-Hochstaden entsprechende Stadtrechte.

Im Folgenden wir mit dem Bau der frühgotischen Kirche Sankt Laurentius (1269) sowie dem Bau der Ahrweiler Stadtbefestigung und ihren Toren (Ersterwähnung 1292) begonnen. Das älteste Siegel der Stadt ist aus dem Jahr 1365 überliefert.

Das Gründungsjahr der Sankt Sebastianus Bürgerschützen-Gesellschaft Ahrweiler wurde auf 1403 festgelegt. Peter Joerres bekannte frei, dass es sich hierbei wohl um ein begründetes, jedoch angenommenes Datum handelte. Zur Entstehungsgeschichte unserer Gesellschaft sind notwendige Quellen mehr als dürftig, Statuten aus der Anfangszeit bestehen nicht. Einen ersten Hinweis auf Schützen in Ahrweiler findet man in den Rechnungsbüchern der Stadt Köln zur Belagerung der Burg Neuenahr im Jahr 1371. Das Datum des Ursprungs der Sankt Sebastianus Bürgerschützen-Gesellschaft Ahrweiler dürfte dementsprechend durchaus realistisch sein.

Einhergehend mit dem Ursprung der Sankt Sebastianus Bürgerschützen-Gesellschaft Ahrweiler ist auch Entstehungsgeschichte des Bürgerschützen-Tambourcorps zu hinterfragen. Die Spielmannsmusik kommt von ihrer historischen Entwicklung her aus dem soldatischen Bereich.

Schon im 15. Jahrhundert hatten Landsknechte bei ihren Fähnlich ein „Spiel mit Trommeln und Querpfeifen“. Auf dem Marsch verkürzten die Spielleute den Soldaten mit ihrem Spiel die Zeit und abends trugen sie zur Unterhaltung bei. Ihre Hauptaufgabe lag aber im militärischen Reglement. Sie mussten sich immer in der Nähe ihres Führers aufhalten, um bei Bedarf dessen Befehlen in Signale umzusetzen und für alle hörbar weiterzugeben. Daher wurde auch das Signalhorn mitgeführt, woher der oft aufzufindende Ausdruck des Hornisten erklärbar ist. Die Trommeln in dieser Zeit waren größer als die heute in einem Spielmannszug üblichen „kleinen Trommeln“. Das heute vom Namen her wohl bekannteste Signal ist der Zapfenstreich.

Bis ins 19. Jahrhundert gab es Spielleute nur beim Militär. Aus geschichtlichen Niederschriften ist zu entnehmen, dass sich erst in Zeiten des Turnvaters Jahn eigene Spielleutegruppen bildeten.

Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass die Sankt Sebastianus Bürgerschützen-Gesellschaft Ahrweiler seit ihrem Bestehen Spielleute mit sich führte. Auf den ältesten Bildern, die von Schützenfesten existieren, sind Spielleute eindeutig zu erkennen. Zur damaligen Zeit wurden aus Traditionsgründen heraus nur zwei Trommler und zwei Flötisten zugelassen. Im Laufe der Zeit wurde die Sankt Sebastianus Bürgerschützen-Gesellschaft Ahrweiler immer größer. Aus diesem Grunde war es erforderlich, dass sich auch das Tambourcorps vergrößerte.

Foto- und Videodokumentationen ab 1960 belegen diese schrittweise Vergrößerung auf ein heute über 30 Mann starkes Tambourcorps, dessen Stabführer (Vorsitzender) seit dem Jahr 1988 als Mitglied im Verwaltungsrat der Bürgerschützen die Interessen der Spielleute vertritt.