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Geschichte

Wie schon Peter Joerres 1903 freimütig bekannte, ist das „Gründungsdatum“ 1403 ein wohlbegründetes, aber nur angenommenes Datum. Die Problemlage hat sich seit Peter Joerres kaum verändert. Wenn wir uns aber die im ältesten Seelenbuch von 1655 genannten adeligen Mitglieder näher anschauen, können wir das Gründungsjahr der Bruderschaft näher eingrenzen. Dort werden Junker Dietrich Blankart und seine Frau Elisabeth als Mitglieder genannt. Dietrich ist für 1398 und 1423 belegt. Er ist vor 1430 gestorben. An zweiter Stelle müssten Junker Heinrich Kolb und seine Ehefrau Guda Schönhals stehen. Heinrich ist für 1405 bis 1438 urkundlich belegt. Er starb 1443. Heinrichs Bruder Johann und seine Ehefrau Agnes sind für 1423 und 1446 nachgewiesen. Erwähnt werden müssen auch noch die frühen Mitglieder Johann von Einenberg und seine Ehefrau Lisa von Langenau. Beide heirateten 1399. Johann ist nachweislich 1438 gestorben. Aus dem Todesjahr des Junkers Dietrich Blankart ist abzuleiten, dass die St. Sebastianus-Schützenbruderschaft Ahrweiler mit Sicherheit vor 1430 gestiftete worden sein muss.

Wichtig ist die Erkenntnis, dass die Schützen im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit ihrem Landesherrn, dem Erzbischof und Kurfürst von Köln, Heerfolge geleistet haben. Der letzte Kampf-einsatz ist bislang für 1632 zur Verteidigung der kurkölnischen Stadt Linz gegen die Schweden belegt.

Hinter dem Namen Schützen verbergen sich mannigfaltige Funktionsträger. Am häufigsten werden die Feldschützen, deren äußeres Zeichen der Schützenstab war, genannt. Laut Stadtordnung (ca. 1510) gab es in Ahrweiler deren elf, die jährlich vom Stadtrat gewählt wurden. Sie sollten van gu-ter famenn dazu bequehme und burger seien, die alle der leut eigen erffschafft binnen dem bezirck und herlichkeit Arweiler gelegen hueden. Damit ist die Aufgabe der Feldschützen hinreichend beschrieben. Dann gab es 14 Nachschützen, die ab dem Jahre 1602 belegt sind. Das waren eigens zur Erntezeit eingesetzte Flurhüter, die in Buden oder Zelten in den Weinbergen Tag und Nacht Wache hielten.

Eine noch nicht vollständig geklärte Formation sind die „bürgerlichen“ Schützen. Diese Schützen übten das Amt von „Hilfspolizisten“ aus. Sie werden im 17. Jahrhundert als bürgerliche, deputierte oder aufgebotene Schützen bezeichnet. Erst 1741 taucht ein anderer Name auf: Custodis. Ihre Aufgabe war die Aufrechterhaltung der inneren Sicherheit, die Einhaltung von Ruhe und Ordnung. Beispielsweise werden sie bei Verhaftung, Abführung und Bewachung inhaftierter Delinquenten oder für die Exekution, d.h. Beitreibung der Steuern, Geldstrafen usw. erwähnt. Eine Meldung aus dem Jahre 1634, wonach jede Hut vier bequeme Personen als Schützen melden soll oder eine Notiz aus dem Jahre 1637, wonach die Huten etliche Schützen als streifende Rotten ansetzen sollen, gibt uns die Gewissheit, dass diese Schützenformation nicht mit den Schützen der Sebastianus-Bruderschaft identisch ist. Wenn wir bedenken, dass sich in der Schützenbruderschaft überwie-gend die städtische Oberschicht befand, ist klar, dass die Mitglieder dieser Bruderschaft nicht für Büttelaufgaben herangezogen werden konnten. Allerdings lassen die Quellen nicht immer mit hin-reichender Sicherheit erkennen, welche Schützenformation gerade gemeint ist.

Auch nicht abschließend kann etwas über die immer wieder in den Ratsprotokollen jährlich genannten, in dieser Chronik nicht aufgeführte, Schützennüsse gesagt werden. Offensichtlich gab es neben den Stadtnüssen, also Nussbäumen, die der Stadt gehörten, auch Nussbäume, die den Schützen gehörten. Aber augenscheinlich hat die Stadt die Erträge dieser Schützen-Nussbäume selbst vereinnahmt. Wie denn auch insgesamt festgestellt werden muss, dass die Bruderschaft ganz unter Kuratel der Stadt stand. Ob es sich um die Ernennung der Schützenmeister oder die Kassenführung handelte, die Entscheidungen traf der Rat der Stadt Ahrweiler. Andererseits kam die Stadt auch ihren Pflichten beispielsweise bei der Ausrüstung oder Alimentation der Schützen nach.

Als Quellen für die Chronik dienten die städtischen Rechnungsbücher von 1484 bis 1789, die Ratsprotokolle von 1602 bis 1794 und verschiedene Urkunden, alle gedruckt in „Quellen zur Geschichte der Stadt Ahrweiler, Bd. 1-6, bearb. von Hans-Georg Klein, weiter das „Seelenbuch“ der Gesellschaft und die Protokolle.

 

 

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 1473

 

  Am 13. September stiftet Irmtrud Scheffen, die Witwe des verstorbenen Peter Scheffen, einen Altar zu Ehren des hl. Sebastian in der Pfarrkirche zu Ahrweiler.  

 

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 1474

 

  Peter Muylman, Bürger zu Ahrweiler, errichtet sein Testament. Darin vermacht er der Bruderschaft des heiligen Sebastian eine nicht genannte Summe Geldes und zwei Pfund Wachs.  

 

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 1487
 
  Die Stadt Ahrweiler schenkt den Schützen zum Vogelschießen 4 Quart [1 q ca. 1,8 l] Wein zum Verzehr auf der Helle (= Rathaus auf dem Markt). Das Quart kostet 20 Heller. Als die Schützen in diesem Jahr nach Bonn und Linz zum Wettschießen gehen, stiftet die Stadt 8 Mark. Für das ganze Jahr über gibt die Stadt den Schützen 24 Mark für den Schankwein.  
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 1488

 

  Auch in diesem Jahr gibt die Stadt den Schützen für den Schank das Jahr über 24 Mark. 34 Schützen müssen ausrücken, als im Andenthal ein großer Keiler auftaucht. Nachdem die Schützen heimgekommen sind, erhalten sie von der Stadt jeder 1 Drikop (= ½ Quart) Wein und einen Weck.   

 

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 1491

 

  Für den Schank das Jahr über stiftet die Stadt den Schützen wiederum 24 Mark. Für den Empfang nach dem Vogelschuss auf der Helle gibt die Stadt vier Quart Wein zu je 20 Heller. Die Bachemer haben ein Wildschwein geschossen. Zu dem Gelage laden sie den Pastor und ein Teil Schützen ein. Der Vogt und Bürgermeister Gotthard Gurtzgin reiten nach Bonn in einer Beschwerdesachen gegen Ludwig Blankart. Drei Schützen begleiten sie.  

 

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 1492

 

  Am Fronleichnamstag erhalten die Schützen acht Quart Wein (zu je 28 Heller), weil sie die Prozession in ihren Harnischen begleitet haben. Es sind insgesamt 84 Schützen und Junggesellen. Für den Nachmittag gibt die Stadt ihnen noch einmal 62 Quart Wein, dazu Weißbrot und Käse. Als dann auf der Helle weiter gefeiert wird, stiftet die Stadt noch einmal fünf Quart Wein und Weißbrot, das heißt, dass die Schützen an diesem Tag über 170 Liter Wein konsumiert haben.
Für den Schank das Jahr hindurch erhalten die Schützen wieder 24 Mark. Für den Empfang nach dem Vogelschießen gibt die Stadt auf der Helle vier Quart Wein aus, jeder Quart zu 5 Schillinge. Der Abt von Prüm besucht die Schützen auf dem Green. Die Stadt stiftet dazu 14 Quart Wein. Abends feiern die Schützen, die Schöffen und Hutenmeister auf der Helle. Die Stadt gibt für den Verzehr 8 Mark. Als die Schützen ein Wettschießen zusammen mit denen von Sinzig, Linz, Remagen, Altenahr und Königsfeld veranstalten, gibt die Stadt zwölf Quart Wein.
 

 

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 1493

 

  Für den Empfang auf der Helle nach dem Vogelschießen stiftet die Stadt vier Quart Wein, zu je 20 Heller. Das Jahr über erhalten sie für ihren Schankwein die übliche Summe von 24 Mark. Dafür konnte man sich in diesem Jahr ca. 86 Quart Wein kaufen. Das sind immerhin fast 200 l. Der Erzbischof fordert die Schützen schriftlich zur Teilnahme an einem Kriegszug auf. Es soll gegen Sittard gehen. Es wird in den Quellen nicht klar, ob die heutige niederländische Stadt oder das Dorf Sittard bei Viersen gemeint ist. Der Stadtbote Paul wurde wegen der Heerwagen nach Rheinbach geschickt.
Als die Schützen in diesem Jahr ihr Schießspiel auf dem Green durchführen, sind die Schützenbrüder aus Bonn, Linz und Siegburg da. Die Stadt stiftet 18 Quart Wein. Meister Thees hat im Auftrag der Stadt den Königsvogel angefertigt. Als der Vogel geschossen ist, feiert man auf der Helle. Die Stadt stiftet 4 Quart Wein zu je 20 Heller. Zum Schankwein für das Jahr über gibt die Stadt die übliche Summe von 24 Mark. Wegen des Feldzuges werden Boten nach Brühl und Bonn geschickt.
Beim jährlichen Wettschießen sind diesmal die Schützenbrüder von Bonn, Linz, Siegburg und andere zu Gast. Die Stadt stiftet 18 Quart Wein. Für das Wettschießen in Bonn gibt die Stadt eine Beihilfe von 8 Mark.
 

 

Timeline Faden 
 1495

 

  Als Schankwein für das Jahr über gibt die Stadt wieder die üblichen 24 Mark. Nach dem Vogelschuss wird auf dem Rathaus gefeiert. Die Stadt stiftet 4 Quart Wein. Auf dem Green findet ein Wettkampf statt. Die Stadt gibt für die Auswärtigen 4 Quart Wein zu je 14 Heller.
Vier Schützen begleiten den Bürgermeister Gotthard Gurtzgin, Tilman Gurtzgin und Simon Knieps an den Rhein. Die Schützen erhalten für 2 Mark Suppe und Wein. Als sie heimkommen, gibt die Stadt ihnen noch einmal 2 Quart für jeden. Als Tilman Gurtzgin und Simon Knieps zum Landtag reiten, werden sie von zwei Schützen begleitet.
 

 

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 1500

 

  Bei der Fronleichnamsprozession gehen die Schützen wieder in ihren Harnischen mit. Die Stadt gibt ihnen 14 Mark für ihre Feier auf dem Schützenhaus. Für den Schankwein das Jahr hindurch gibt die Stadt wiederum 24 Mark. Für den Empfang nach dem Vogelschießen auf der Helle stiftet die Stadt 4 Quart Wein.
Als unsere Schützen einen Wettkampf in Koblenz besuchen, gibt die Stadt ihnen 3 Quart zu je 10 Heller und als Beihilfe 8 Mark. In diesem Jahr begleiten die Schützen die Fronleichnamsprozession wieder in ihren Harnischen. Dafür erhalten sie für die Nachfeier auf ihrem Schützenhaus 14 Mark. Für den Empfang auf der Helle nach dem Vogelschuss gibt die Stadt vier Quart Wein. Zum Schank durch das Jahr empfangen die Schützen von der Stadt die übliche Summe von 24 Mark.
 

 

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 1501

 

  Nach der Fronleichnamsprozession, die die Schützen wieder in ihren Harnischen begleiten, gehen sie mit Bürgermeister, Schöffen und anderen Bürgern zum Schützenhaus und feiern dort weiter. Die Stadt gibt für etwas mehr als 14 Mark aus.
Für den Empfang auf der Helle nach dem Vogelschießen stiftet die Stadt 4 Quart Wein. Als Beihilfe für den Schankwein das Jahr über gibt die Stadt, wie üblich, 24 Mark. Schlaun und andere von Rheinbach sind hier zum Schießen. Die Stadt gab ihnen 7½ Albus.
Hans Armbrustmacher und Schaene sind zum Schießwettbewerb nach Koblenz. Die Stadt schenkt ihnen dafür 3 Hornsche Gulden.
 

 

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 1508

 

 

Am Servatiusmarkt ziehen sechs Schützen im Harnisch in der Stadt auf. Sie haben die Aufgabe, Wacht zu halten, denn es ist eine Warnung vor Auswärtigen eingegangen, die einen Kampf anzet-teln wollten. Die Schützen erhalten 2 Quart Wein. Nach dem Vogelschuss stiftet die Stadt 2 Quart zu 20 Heller und 2 Quart zu 3 Schillinge. Auch in diesem Jahr gibt die Stadt den Schützen wieder 24 Mark für ihren Weinkonsum.
Beim Wettschießen auf dem Green sind auch die Söhne des Grafen von Virneburg anwesend. Die Stadt stiftet 12 Quart Wein. Anschließend verzehren die Schützen auf dem Gewandhaus 8 Quart Wein.

 

 

 
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 1510

 

  Während des Heerzuges des Kölner Erzbischofs gegen den Herrn von Reiferscheid liegen die Schützen in Bonn. An Verpflegungs-kosten zahlt die Stadt 34 Mark 2 Schillinge. Als die Schützen nach Bonn zu einem Schießwettbewerb fahren, gibt die Stadt eine Beihilfe von 8 Mark 4 Schilling. Zum Schießwettbewerb in Ahrweiler auf dem Green, an dem die Schützenbrüder aus Bonn, Linz und anderen Städten teilnehmen, gibt die Stadt 10 Quart Wein, jedes zu 16 Heller. Den Gästen lässt die Stadt noch 18 Quart Wein in die Herberge bringen.  

 

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 1571

 

  Im Streit mit den Jeulsche um die Kirmes zu Bachem schreibt Kurfürst Salentin, die Schützenmeister und die einspenninge [Junggesellen] sollen dem Vogt Saltzfaß bei der Durchsetzung der erzstiftischen Rechte in Bachem beistehen.  

 

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 1602
 
  Am 10. Mai gibt der Rat den Schützen Reisegeld, weil diese am Pfingstmontag in Köln an einem Wettschießen teilnehmen. Am selben Tag erhält auf Antrag der Schützenmeister Georg Armbrustmacher und Hermann Alden die St. Sebastianus-Schützenbruderschaft von der Stadt vorab die sechs Gulden zur Steur der gehaltenen Prung [Umzug mit der Fronleichnamsprozession], vur diesmal ad Exercitia [zur Übung] des schiessenß 12 Gulden cölnisch Praemia [als Preis].  
     
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 1603

 

  Am 12. Juni bittet Georg Armbrustmacher im Namen der Schützenbruderschaft um einen Zuschuss von 18 Gulden. Der Rat bewilligt das Geld mit der Auflage, nächstens den Antrag vor Fronleichnam zu stellen.  

 

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 1609

 

  16. Oktober: Peter Schonen hat den Schützenweinberg in Händen und hat seit etlichen Jahren die Pacht davon nicht mehr entrichtet. Deshalb bitten die Schützen den Rat, ihm den Weingarten wegzunehmen. Der Rat befiehlt dem Schonen, mit dem Schützenmeister Rechnung zu halten und seine Schulden zu begleichen. Hiermit haben wir den ältesten Beleg für einen schützeneigenen Weinberg.  

 

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 1611

 

  Am 8. Juli erhält der Jude Simon zu Dernau von der Stadt 4 Gulden. Er hat die Glasfenster auf dem Schützenhaus auf der Schützbahn repariert.  

 

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 1612

 

  Die Schützenbruderschaft bittet am 1. Juni den Rat, den Vogel aufrichten und die Gesellschaft halten zu dürfen. Der Rat gibt die Erlaubnis, dies wie gewonlich zu tun. Die Schützenmeister Plonius und Matern Sonntag bitten am 12. Juni den Rat, am kommenden Fronleichnamsfest als Beihilfe zum Verzehr 6 Gulden zu bewilligen. Der Rat stimmt zu und erklärt, er wolle am Ende des Jahres weitere 6 Gulden geben, wenn die Schützen auf ihrer Schießbahn fleißig das Schießen üben.
Tilman Gies und Johann Dahm bitten den Rat, den Bürgersöhnen und Junggesellen zu erlauben, am kommenden Sonntag den Vogel schießen zu dürfen. Der Rat stimmt zu. Beide Antragsteller müssen sich aber verbürgen, dass keine Unfälle und keine Schäden entstehen. Sie sollen jedes Gezenck, Schlegerei oder andere Onroir unterbinden und dafür sorgen, dass alles in Einigkeit und Zucht ablaufe. Das alte Fendlein wurde ihnen für diesmal bewilligt. Es soll zurückerstattet werden, das heißt die Fahne der Junggesellenschützen war im Eigentum der Stadt.
 

 

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 1620

 

  Am 29. Mai bitten die Zunftmeister der St. Sebastianus-Bruderschaft den Rat um die Erlaubnis, das Schützenfest feiern zu dürfen. Der Rat gewährt ihnen das gewonliche Exercitium. Am 3. Juli bewilligt der Rat den Schützen auf Antrag der Schützenmeister Adolf Bitter und Wilhelm von Euskirchen 6 Gulden zur Übung des Schießens. Im Oktober überlegt der Rat, ob nicht eine Rotte der Oberhut nachts zur Wache auf dem Schützenhaus stationiert werden solle.  

 

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 1622

 

  Der Rat bezahlt am 19. August den Schützen auf Antrag von Damian Joerres zur Beihilfe für ihr Schießspiel 2 ggld.  

 

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 1626

 

  Auf Bitten des Schützenzunftmeisters Damian Joerres bewilligt der Rat am 15. Mai den Schützen, an Pfingstmontag das gewöhnliche Schießen zu halten, wie es ihnen von alters her zusteht.  

 

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 1631

 

 

Nach altem Brauch erhalten die Schützen von der Stadt 6 Gulden (= 24 Mark) als Trinkgeld. Am 14. Mai reisen der Baumeister Pützfeld und Hans Wilhelm Stapelberg nach Bonn. Vier Schützen begleiten sie. Die Abordnung bleibt drei Tage weg. Am 1. Juni wird der Vogel auf der Ahrportze aufgesetzt. Nach altem Brauch wird denen, die den Vogel aufsetzen, 4 Quart Wein gegeben. Als der Vogel geschossen ist, lässt die Stadt 1 Flesch Wein (= 2 Quart) an die Ahrportze bringen. Diejenigen, die die Vogelstange ablassen, erhalten ebenfalls 2 Quart. Der Name des Königs ist unbekannt. Der Rat stiftet er neuen Majestät 6 Viertel Wein. Bei der Fronleichnamsprozession wird bis 1794 eine Statue des hl. Sebastian mitgetragen. Die vier Träger erhalten von der Stadt eine Belohnung in Form von 2 Quart Wein. In diesem Jahr wird das „Sebastianibildnis“ von vier Junggesellen getragen.
Am 25. Juni 1631 beginnt in Bonn der Landtag. Bürgermeister Develich und Baumeister Pützfeld, die Ahrweiler Deputierten, werden von drei Schützen begleitet. Beim Abmarsch verzehren die Schützen für 1 Gulden 12 Albus. In Bonn „Im Helm“ verzehren sie für 2 Gulden. Dann schickt der Bürgermeister sie nach Hause und gibt ihnen 1 Gulden Zehrgeld mit. In Ahrweiler angekommen gehen die Schützen in den „Grünen Wald“. Dort machen sie eine Rechnung von 1 Gulden 18 Albus. Anschließend erhält jeder Schütze noch 3 Mark Belohnung.
Am 17. September bringt der Baumeister die Steuern zum Einnehmer Eschenbrender nach Unkel. Wegen der großen Gefahr werden ihm der Stadtdiener und zwei Schützen mitgegeben. Bevor sie losgehen, verzehrten sie für 2 Gulden. Alle erhalten ihren Lohn.
Am 15. Oktober wird wieder eine Lieferung Steuern an den Einnehmer nach Bonn gebracht. Die Schützen Otto Gieltges, Erwin Buddenbender und Johann Stoll begleiten den Baumeister wegen der großen Gefahr. Vor der Abreise verzehren sie im „Grünen Wald“ für 1 Gulden 12 Albus. In Remagen trinken sie 1 Quart Wein. Der Schiffer in Remagen erhält 11 Mark. In Bonn „Im Helm“ verzehren die vier Personen für 6 Gulden. Am andern Morgen essen sie dort die Suppe und verzehren für insgesamt 5 Gulden. Auf dem Rückweg kehren sie in Fritzdorf ein und trinken 3 Quart Wein. Bei der Ankunft in Ahrweiler kehren drei Personen im „Grünen Wald“ ein und halten Mahlzeit. Das kostet 1 Gulden 22 Albus. Die Schützen erhalten täglich (zwei Tage) jeder 18 Albus Lohn.
Am 4. November liefert der Baumeister wiederum Steuern nach Bonn. Die Schützen Peter Fausten und Johann Stoll begleiten ihn. Morgens vor dem Abmarsch verzehren sie für 1 Gulden 8 Albus. Abends in Bonn „Im Helm“ verzehren sie für 4 Gulden 15 Albus. Als die Schützen am nächsten Tag wieder in Ahrweiler ankommen, verzehren sie an Kost und Wein 1 ½ Gulden.

 

 

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 1632

 

  Am 2. Februar bringen Bürgermeister Develich, Anton Alden, Wilhelm Streifeld und Caspar Mesenich 1000 Reichstaler, die der Pastor von Sinzig, Christian Vetter, der Stadt geliehen hat, nach Ahrweiler. Drei Schützen begleiten sie. Morgens vor dem Abmarsch erhalten die Schützen 10 Al-bus für die Kost. Sie trinken dabei 1 Quart Wein. In Sinzig verzehren die Schützen für 1 Gulden 12 Albus. Als Lohn erhält jeder Schütze 3 Mark. Am Abend halten sechs Personen Mahlzeit, jede Mahlzeit zu 11 Albus. Es werden dabei 9 Quart Wein getrunken.
D. Walmerodt aus Rheinbach hat der Stadt Geld geliehen. Als der Baumeister das geliehene Kapital zurückbringt, begleiten ihn der Stadtdiener und drei Schützen. Morgens vor dem Abmarsch verzehren sie für 1 Gulden 8 Albus. In Rheinbach belaufen sich die Verzehrkosten auf 4 Gulden. Abends nach der Rückkehr verzehren sie für 3 Gulden. Jeder Schütze erhält seinen Lohn.
Am 12. August ist Bürgermeister Stoll in Mayen. Bei der Rückkehr nehmen ihm zwei Reiter mit Gewalt den Hut ab. Fünf Schützen gelingt es, den Hut wiederzubekommen. Der Bürgermeister zahlt jedem 17 Albus.
Am 30. Oktober nehmen die Schweden kampflos die Stadt Linz ein, obwohl die Stadt u.a. von Bürgerschützen aus Ahrweiler, Bonn, Rheinbreitbach und Unkel verteidigt wird. Am 21. November werden die Ahrweiler Schützen gegen Zahlung eines Lösegeldes von 450 rtlr, das zwei schwedische Soldaten in Ahrweiler geholt haben, aus der Gefangenschaft entlassen. Das Geld stammt offensichtlich nicht aus der Stadtkasse, sondern denkbar ist, dass für das Lösegeld, Kleinodien der Bruderschaft „versilbert“ wurden. Diese 450 rtlr entsprachen 11,7 kg Silber.
 

 

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 1634

 

  Aus jeder Hut sollen vier bequeme [= geeignete] Personen als Schützen ausgewählt werden. Beschluss vom Dienstag, dem 11. Juli. Die St. Sebastianusschützen von Ahrweiler sind 1632 zur Verteidigung von Linz gegen die Schweden dort gewesen. Nachdem sich Linz ergeben hatte, wurden die Schützen nach Abnahme der Gewehre und der Zahlung eines Lösegeldes nach Hause geschickt. Nun bitten die Schützen den Rat, die verloren gegangenen Gewehre zu ersetzen (14. Juli).  

 

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 1635
 
  Verschiedentlich tagt der Rat auf dem Schützenhaus.  
     
 Timeline Faden
 1637

 

  Ratsbeschluss vom 15. Mai: Für Sonntag sollen die Hutenmeister die Nachbarschaften vorbescheij-den und etliche Schützen zur Abhaltung streifender Rotten ansetzen.  

 

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 1653

 

  Die Stadt Ahrweiler stiftet einen vergoldeten silbernen Vogel für unsere Schützenkette. Im Schnabel hält der Vogel an einem Ring einen Schild mit dem gravierten Ahrweiler Stadtwappen auf der Vorderseite und der Widmung: „Dero Stadt Arwyller 1653“. In diesem Jahr wurde auch wieder ein Schützenfest gefeiert. Obwohl sie keine weitere militärische Bedeutung für die Verteidigung der Stadt mehr hat, steht sie in hohem Ansehen.  

 

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 1656

 

  Auf der Ratssitzung am 3. Mai teilt der Bürgermeister mit, die Jeulchsche hätten mit der Ausgrabung eines neuen Teiches auf Ahrweiler Gebiet begonnen. Der Streit eskaliert als die von Ahrweiler den Teich wieder zuwerfen. Darauf beschlagnahmt der Wadenheimer Richter das Ahrweiler Korn, das auf Neuenahrer Gerechtigkeit wächst. Der Kurfürst befiehlt nun, dieselbe Menge Korn der Wadenheimer zu beschlagnahmen. Dazu sollen die Ahrweiler ihre Schützen aufbieten.  

 

 Timeline Faden
 1680

 

  Am 20. Januar, auf Sebastianustag, wird für die Herren Schützen für 6 Gulden Wein geholt.  

 

Timeline Faden 
 1682

 

  Am 12. Oktober trägt der Bürgermeister dem Rat vor, dass die Schützen vorgestern ein Reh geschossen hätten.  

 

 Timeline Faden
 1684

 

  Bürgermeister Stoll bringt am 9. November im Rat vor, dass die Schützen im Wald ein Reh geschossen hätten. Er will es ihnen im Namen der Bürgerschaft verehren. Der Rat beschließt aber, dass eine Hälfte des Rehs Herr Peter Alexander Bossart (Lic. jur. utr., kurk. Hof- u. Regierungsrat, Geh. Rat, Kanzler zu Paderborn u. Münster) wegen des Prozesses gegen die Vikare und die andere Hälfte versprochenermaßen Frau Aldenhoven (Gläubigerin der Stadt) erhält. Der Stadtdiener soll das Reh nach Bonn bringen.  

 

 Timeline Faden
 1688

 

  Die Schützen haben ein Reh erlegt. Der Rat beschließt am 7. Februar, die eine Hälfte dem Hofrat Bossart und die andere Hälfte Dr. Dierath, dem Syndikus der Stadt, zu verehren.  

 

 Timeline Faden
 1700

 

 

Am 4. Juni beklagt sich Hans Jakob Engels vor dem Rat, ihm werde fälschlich vorgeworfen, er habe ein Bockßfeldt abgethan. Obwohl er unschuldig sei, werde er nicht mehr zur St. Sebastianus-Bruderschaft zugelassen. Weil die Unschuld von Hans Jakob ersichtlich ist und seine Frau vielleicht hierin peccirt [geirrt] hat, darf er wieder an der Bruderschaft teilnehmen. Die Junggesellen erhalten vom Rat ein Ohm „drancks“, und den „Herren Schützen“ verehrt der Rat ein halbes Ohm Wein.

 

 

 
 Timeline Faden
 1701

 

  Zu Fronleichnam stiftet der Rat den „Herren Schützen“ ein Ohm und den Junggesellen ein halbes Ohm Wein.  

 

 Timeline Faden
 1703

 

  Am Donnerstag, dem 26. April, nach dem Tod des Schützenmeisters Herrn Baumeisters Michael Alden, wählt der Rat Gerhard Schopp in dieses Amt.  

 

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 1705
 
  Die hiesigen Schützen haben drei Rehe geschossen. Der Rat beschließt am Montag, dem 12. Januar, dem Generaleinnehmer, dem Generalkommissar von Bernsau und dem Herrn Hofrat Eschenbrender je eins zu verehren.  
     
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 1708

 

  Als der Vogel aufgesetzt wird, werden zur Auslösung der „Hacken“ [= Böller] 2 Pfund Pulver gekauft. Die Schützen erhalten aus diesem Anlass 6 Quart Wein und Weißbrot. Beim Königsschuss tritt der Gerichtsbote als Vertreter des Landesherrn auf und gibt offiziell die Schießbahn frei. Dafür erhält er zwei Quart Wein. Über den Auftritt des Gerichtsboten wird auch in weiteren Jahren berichtet. Zu Ehren des neuen Königs werden die beiden „Stücke“ von den beiden Constabileren, das sind städtische Kanoniere, abgefeuert. Auch an allen Fronleichnamsfesten werden die Kanonen abgeschossen. Die städtischen Rechnungen berichten bis 1794 von den Ausgaben für die Kanoniere beim Reinigen und Abfeuern der „Stücke“. Die Kanonen standen auf dem Kanonenturm, der bis dato „Henkersturm“ hieß und erst durch diesen Brauch „Kanonenturm“ genannt wird. Der Rat verehrt dem neuen König vier Viertel Wein, den dieser den „Herren Schützen zum Besten“ gibt. Die Schützen selbst erhalten vom Rat noch einmal ein Ohm vier Viertel Wein. Der Junggesellen verehrte der Rat ½ Ohm Wein, weil sie „zu Lob und Ehr Gottes“ der Prozession beigewohnt haben.  

 

 Timeline Faden
 1715

 

  Der Rat verehrt den „Herren Schützen“ 1 ½ Ohm Wein. Der Wein wird in zwei Fässern angeliefert, das sind aber 1 ½ Ohm und ein Viertel. Die Junggesellen erhalten 15 Viertel Wein. Am Freitag nach Fronleichnam werden für die hiesige Bürgerschaft, Rat und Offiziere auf dem Bürgerhaus 66 Quart Wein vom besten verabreicht, daneben, Butterplätzchen und Bretzel. Wer in diesem Jahr König geworden ist, ist nicht bekannt.  

 

 Timeline Faden
 1716

 

  In diesem Jahr findet wieder ein Vogelschießen statt. Am 26. Mai wird der Vogel aufgesetzt. das kostet die Stadt 5 Quart Wein, für 5 alb Weißbrot und 1 Pfund Pulver für die Böller. Der Leiendecker erhält 12 alb Lohn. Bürgermeister und Rat verehren den Schützen zwei Viertel Wein und für 20 alb Weißbrot.  

 

 Timeline Faden
 1718

 

  In diesem Jahr findet erneut ein Vogelschießen statt. der Name des Königs ist nicht bekannt. Der Rat verehrt den „Herren Schützen“ wegen ihres „zu Lob und Ehr Gottes getanen Aufzugs“ ein Ohm vier Viertel Wein.  

 

Timeline Faden 
 1722

 

  Bürgermeister Johann Philipp Gruben verehrt dem neuen Schützenkönig 13 Gulden für den gelungenen Vogelschuss. Bei der Revision der Baumeister-Rechnung des Baumeisters Hans Wilhelm Nagel im Jahre 1733 wird dieses Geschenk im Rat moniert.  

 

 Timeline Faden
 1723

 

  Am 8. Mai wird der Vogel aufgesetzt. Offensichtlich fällt er nicht durch einen Schuss. Weil der Vogel ganz „durchphalt“ gewesen sei, habe er wieder vom Ahrtor abgenommen werden müssen. Als der Schützenwein abgestochen wird, werden zwei Quart Wein verzehrt. Die Schützen und die Junggesellen erhalten vom Rat je ein halbes Ohm Wein. Ferner werden für die Schützen weitere 39 Kannen Wein von der Ratsstube geholt.  

 

 Timeline Faden
 1725

 

  Mittwoch, den 19. Dezember: Merten Sander schuldet der Stadt noch die Steuern. Seine Frau verweigert die Bezahlung. Als der Baumeister sie pfänden will, stößt sie im Beisein ihres Mannes den Baumeister in eine Bütte. Sander ergreift ein Feurbrandt [angebranntes Stück Holz] und droht damit dem Baumeister und dem Stadtdiener Schläge an. Vorbehaltlich der Strafe durch den Kurfürsten verurteilt der Rat den Sander zu einer Strafe von 2 rtlr, zahlbar binnen 24 Stunden. Wenn das Geld dann nicht bezahlt ist, soll unter Mithilfe der Schützen eine Zwangsmaßnahme durchgeführt werden.  

 

 Timeline Faden
 1726

 

 

Dem Rat ging die Nachricht zu, dass ein Herr Marx (Hermann Josef Marx, geb. 1704 in Köln) mit einem apostolischen Notar aus Köln hier angekommen ist. Sie haben zwei auswärtige Zeugen mitgebracht, um sich in den Besitz der Vikarie St. Sebastian zu setzen. Bürgermeister Heinrich Develich und Wilhelm Ernst Herrestorff werden beauftragt, mit dem hiesigen Pastor zu sprechen, damit dieser den Schützen erlauben wolle, auf dem Kirchhof Stellung zu beziehen, um dem Herrn Marx und dem Notar den Zugang zur Kirche zu verwehren. Ferner möge der Pastor dafür sorgen, dass heute und morgen zu den Gottesdiensten nur eine Tür geöffnet wird. Develich soll dem Pastor wegen dessen Schwerhörigkeit und des hohen Alters schriftlich mitteilen, von einer Einsetzung Marxens abzusehen.